Jade Dynasty, das neueste Spiel von Perfect World Entertainment, ist eine virtuelle Reise zur Erleuchtung. Es ist kostenlos spielbar und basiert auf dem
Internet-Novel "Zhu Xian". Die englische Version gehört zu den erfolgreichsten MMORPGs in China.
Das Spiel basiert auf Zen und Martial-Arts. Mit dem
kulturellen Hintergrund klingt das Konzept viel interessanter, als die Umsetzung im Spiel. Die Kämpfe auf niedrigem Level sind relativ langweilig. Entweder tötet man den
Gegner mit einen Schlag, oder man selbst wird umgebracht. Dadurch fühlt man sich weder heroisch, noch erleuchtet. Auch die Story ist sehr trocken, ebenso wie die Dialoge
der Charaktere. Man hätte ihnen intrigante oder mystische Charakterzüge geben können, es hätte toll in die Welt gepasst - leider ist nichts davon passiert.
Die Mängel liegen also im Plot, den Dialogen und dem Kampf, aber schauen wir uns doch mal die Stärken an, die in der Ästhetik und dem Gedanken der Erleuchtung
liegen. Es ist klar, dass man den Schwerpunkt auf die Ästhetik, nicht auf die Storyline gelegt hat.
Jade Dynasty schafft es, eine beeindruckende Atmosphäre zu
erschaffen. Die Welt wirkt wie ein großes Kunstwerk und die Musik zieht einen in den Bann des Spiels.
Das Thema der Erleuchtung und Selbsterfüllung steht von
Anfang an im Mittelpunkt. Alle Spieler starten mit den gleichen Klamotten und entwickeln ihre Skills erst, während sie besser werden, nicht wie bei anderen Spielen, wo man
eine Klasse wählt, und bestimmte Skills bekommt. Außerdem kann man nach dem Erreichen der 15. Stufe und dem absolvieren einer Questreihe, eine von
fünf Klassen
wählen. Zwei Fraktionen sind gut und drei böse. Jede Fraktion hat ein unterschiedliches Skill-Set, zum Beispiel Fernkampf oder heilen. Hier merkt man, wie sich der
Charakter entwickelt und auch das Konzept der Erleuchtung und Selbsterfüllung findet sich wieder, wenn man die freie Entscheidung hat, in was für eine Richtung sich der
Charakter entwickeln soll.
Die
fünf Fraktionen sind:
- Jadeon: Gut im Fernkampf, aber verletzbar im Nahkampf
- Skysong: Die einzige Fraktion, die heilen und buffen kann
- Vim: Gut im Nahkampf und der klassische Tank
- Lupin: Der typische Dieb
- Modo: Die Fraktion der Necromancer
Am meisten gefällt mir das
unkomplizierte Gameplay. Man muss nicht ohne Ahnung durch die Gegend irren, weil man
etwas sucht, braucht auch keine jahrelange Erfahrung mit dem Spiel oder muss sich besonders gut mit der Map auskennen. Das Spiel ist absolut anfängerfreundlich, auch für
Noobs wie mich. Wenn man eine Quest annimmt, muss man einfach nur auf die hervorgehobenen Wörter klicken und schon läuft der Charakter automatisch dahin. Wenn man fertig
ist, klickt man einfach auf den Namen des Questgebers und man läuft automatisch zurück. Absolut bequem und wundervoll.
Außerdem gefallen mir die Tatsachen,
dass es einen Marktplatz gibt, den man von überall betreten kann, man seine Skills verbessern kann, ohne einen Lehrer aufzusuchen und, dass einem der Wert aller Gegenstände angezeigt wird, ohne, dass man zum Händler muss. Das sind alles Dinge, die bei anderen Spielen durch Mods hinzugefügt sind, bei
Jade Dynasty sind sie jedoch
Standard.
Auch der soziale Aspekt in
Jade Dynasty ist stärker, als in vielen anderen MMORPGs. Es gibt ein soziales Netzwerk, welches man jederzeit
betreten kann, sofern man ein paar Copper zum kaufen von Reispapier hat. Und wenn es auf dem Weg zur Erleuchtung auch mal wichtig ist, dass andere etwas vergessen, kann man
sich im Store Items kaufen, die helfen, das Ansehen zu verbessern. Man wird durch Geld nicht glücklich, aber zumindest kann man damit Freunde und Ansehen kaufen.
Jade Dynasty ist ein einzigartiges Spiel mit faszinierenden Elementen. Es wird einen zwar nicht zur Erleuchtung im echten Leben bringen, aber zumindest fühlt man
sich während des Spielens entspannt.
Jade Dynasty ist nur in englischer Sprachausführung verfügbar.